Schreiben als Kernkompetenz in Tech-Rollen
Mit zunehmender Remote-Arbeit und verteilten Entwicklerteams gewinnt das geschriebene Wort an Bedeutung. Gergely Orosz betont, dass Ingenieure in modernen Technologieunternehmen täglich eine Vielzahl von Dokumenten erstellen: Commit-Nachrichten, Code-Reviews, Architekturvorschläge, PRDs und Postmortems. Fehlende Schreibkompetenz wird ab einer bestimmten Karrierestufe – etwa ab Staff-Engineer- oder Engineering-Manager-Niveau – zum Engpass für den beruflichen Aufstieg.
Kritik an generativer KI im Schreibprozess
Auslöser für die Freigabe des Artikels ist die zunehmende Verbreitung von mit KI generierten Texten minderer Qualität. Orosz argumentiert nach dem Leitsatz „Schreiben ist Denken“: Wer das Verfassen an Sprachmodelle abgibt, umgeht den eigentlichen Denkprozess, der für fundierte technische Entscheidungen nötig ist. Für ihn bleibt der Nutzen von KI im Schreibkontext weitgehend auf Zusammenfassungen beschränkt.
Strukturierte Schritte zu besseren Texten
Gutes Schreiben entsteht selten im ersten Versuch. Orosz unterteilt den Prozess in drei Schritte: den ersten Entwurf zur Ideensammlung, die anschließende Überarbeitung zur Vereinfachung und Kürzung sowie das Feedback Dritter. Ergänzt wird die Empfehlung durch die Lektüre des Buchs Writing for Developers von Piotr Sarna und Cynthia Dunlop sowie das bewusste Nachahmen gelungener technischer Texte.