Funktionsweise und Architektur
Raven positioniert sich als Alternative zu herkömmlichen Lösungen wie Wine oder vollwertigen virtuellen Maschinen. Die Anwendung führt nativen Maschinencode direkt auf der x86_64-CPU aus, kapselt diesen jedoch in einer strikten Sandbox ab. Sämtliche Systemaufrufe an das Windows-Betriebssystem – von der Thread-Verwaltung über das Dateisystem bis zur Windows-Registry – fängt Raven ab und beantwortet sie eigenständig.
Technischer Stack
Für die grafische Darstellung setzt Raven modernste Linux-Grafikstandards ein:
- Display & Rendering: Primäre Unterstützung für Wayland, experimentelle X11-Anbindung, Rendering über Vulkan, Pixman und Skia.
- Direct3D: Einbindung von DXVK und vkd3d-proton zur Übersetzung von Direct3D-Aufrufen nach Vulkan.
- GUI-Komponenten: Benutzeroberflächenelemente wie Dialoge und Standard-Controls werden aus angepassten ReactOS-Quelltexten für 32- und 64-Bit kompiliert.
Reifegrad und Zielgruppe
Das von Mirko Brombin initiierte Open-Source-Projekt befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase. Aktuell existieren keine vorgefertigten Binärpakete; Nutzer müssen das System mit C++20, CMake und Python-Provisioning-Skripten selbst kompilieren. Trotzdem zeigt Raven bereits das Potenzial, Installationsroutinen und Anwendungen nahtlos auszuführen, ohne dass Nutzer manuelle Winetricks- oder DLL-Anpassungen vornehmen müssen.