Wem gehört das Internet? Verwaltung, Akteure und Aufbau im Jahr 2025

Wem gehört das Internet wirklich? Wir erklären 4 Ebenen. Das sind zum Beispiel Unterseekabel, Internetadressen und große Plattformen. Wir zeigen Ihnen, wer das Internet im Jahr 2025 kontrolliert.

Auf einen Blick

  • Niemand besitzt das Internet offiziell. Es ist ein großes Netz aus vielen kleinen Netzen.
  • Wir erklären die Kontrolle in 4 Ebenen. Das sind echte Technik, Verwaltung der Adressen, große Internetseiten und Gesetze.
  • Große Technikfirmen beherrschen die Kabel und Plattformen. Die Europäische Union macht dafür strenge Gesetze mit den Namen DMA und DSA.
  • Verschiedene Gruppen ringen um die Macht. Sie suchen einen Mittelweg zwischen offener Verwaltung und staatlicher Kontrolle.

Einleitung: Die Frage nach der Kontrolle  

Die Frage lautet: Wem gehört das Internet? Die Antwort ist sehr schwer. Die technische Antwort lautet: Niemandem. Das Internet gehört keinem Besitzer. Es ist ein großes Netz aus vielen kleinen Netzen.

Im Jahr 2025 stimmt diese Antwort aber nicht mehr ganz. Die Verteilung von Macht und Eigentum hat sich stark verändert.

Die Lage im Jahr 2025

Früher war das Internet ein Projekt von Forschern. Heute ist es eine extrem wichtige Technik für die ganze Welt. Verschiedene Gruppen haben heute viel Macht im Internet. Wir schauen uns diese Gruppen und ihre Strukturen genau an.


Inhaltsverzeichnis  


Lesehilfe: Der rote Faden

Wir beantworten die Frage: Wem gehört das Internet? Wir schauen uns dafür 4 verschiedene Ebenen an. Das reicht von echten Kabeln bis zu den Gesetzen.

Teil 1 zeigt: Wer kontrolliert was? Teil 2 erklärt: Wie funktioniert das technisch? Teil 3 fragt: Was bedeutet das für Europa?

Sie können Teil 2 überspringen. Das ist gut, wenn Sie sich nur für Politik und Wirtschaft interessieren.


Teil 1: Das Modell der 4 Ebenen im Internet  

Wir teilen das Internet in 4 Ebenen ein. So verstehen wir besser, wer das Internet kontrolliert. Jede Ebene hat eigene Akteure, eigene Macht und eigene Probleme:

Ebene 1: Echte Technik

Das sind Dinge zum Anfassen. Zum Beispiel Glasfaserkabel, Unterseekabel und große Rechenzentren. Rechenzentren sind Gebäude für viele Computer. Hier gibt es ganz neue Besitzer.

Ebene 2: Verwaltung und Regeln

Hier geht es um Internetadressen und technische Regeln. Verschiedene Gruppen verhandeln hier um die Macht.

Ebene 3: Große Internetseiten

Das sind Suchmaschinen und soziale Medien. App-Läden gehören auch dazu. Diese Ebene sehen die Nutzer jeden Tag.

Ebene 4: Politik

Hier geht es um Gesetze und Regeln. Länder und internationale Gruppen machen diese Regeln. Sie streiten über die Kontrolle.

Wichtigste Aussage

Niemand besitzt das Internet offiziell. Aber auf jeder Ebene haben bestimmte Gruppen sehr viel Macht. Große Technikfirmen besitzen die echten Kabel. Die Vergabe von Adressen steht unter politischem Druck. Wenige Firmen beherrschen die bekannten Internetseiten. Und in der Politik streiten Länder um die besten Gesetze.


Ebene 1: Echte Technik und neue Besitzer bei Unterseekabeln  

Wir starten mit Dingen zum Anfassen. Das sind Glasfaserkabel, Unterseekabel und Rechenzentren.

Neue Besitzer: Von Telefonanbietern zu Technikfirmen

Eine sehr wichtige Entwicklung betrifft die Unterseekabel. Die Nutzer sehen diese Kabel normalerweise nicht.

Anteil an internationalen Unterseekabeln im Jahr 2025 (in Prozent)

Die Daten zeigen: Firmen wie Google, Meta, Amazon und Microsoft nutzen sehr viele Kabel. Ihr Anteil stieg in 10 Jahren stark an. Früher waren es 10 Prozent. Heute sind es über 71 Prozent. [2] [3]

Blick in die Vergangenheit

Früher bauten normale Telefonanbieter die Unterseekabel. Firmen wie die Telekom Austria oder die Deutsche Telekom teilten sich die Kosten. Internetfirmen wie Google oder Facebook waren nur normale Kunden. Sie mieteten den Platz in den Kabeln nur.

Dieses Modell hat sich heute komplett verändert.

Beispiel: Das Projekt Waterworth von Meta (2025)

Im Februar 2025 startete die Firma Meta ein großes Projekt. Es heißt Projekt Waterworth. Es geht um ein neues Unterseekabel. [1] Die technischen Details sind:

MerkmalDetailBedeutung für die Firma
LängeMehr als 50.000 KilometerDas ist länger als der Umfang der Erde. Es ist das längste Kabel der Welt.
Reichweite5 ErdteileDas Kabel verbindet Länder wie die USA, Indien, Brasilien und Südafrika.
Technologie24 FaserpaareDas Kabel hat extrem viel Platz für Daten. Es ist besser als andere Kabel.
ZielKünstliche IntelligenzDas Kabel treibt die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz auf der ganzen Welt an.

"Das Kabel bringt nicht nur eine Verbindung für Facebook oder Instagram. Es treibt die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz auf der ganzen Welt an."

— Technik-Team von Meta, 2025

Das Ziel: Alles aus einer Hand

Die Firmen wollen nicht nur Geld sparen. Sie wollen jeden Schritt selbst besitzen. Fachleute nennen das vertikale Integration:

Alles aus einer Hand: Große Firmen kontrollieren alles von der App bis zum Kabel im Meer.

Bedeutung für die Weltpolitik

Diese Kabel sind sehr wichtig für die Weltpolitik. [6] Private Firmen aus den USA bauen die Kabel. Diese Firmen bestimmen die Wege der Daten. Das gibt ihnen sehr viel Macht. [7]

Die Firmen achten beim Bau auf Gefahren. Sie meiden zum Beispiel das Rote Meer. Dort machten Unbekannte im Jahr 2024 einige Kabel kaputt. Viele Menschen in Afrika hatten danach kein Internet mehr.

Die Kabel der großen Firmen im Jahr 2025

Kabelprojekte von großen Technikfirmen im Jahr 2025


Ebene 2: Verwaltung und Regeln im Internet  

Von Kabeln zu Adressen

Ebene 1 zeigte: Große Firmen kontrollieren die echten Kabel. Aber wer bestimmt die Wege der Daten durch die Kabel? Das passiert auf Ebene 2.

Wir gehen eine Ebene nach oben. Kabel sind der Weg für die Daten. Ebene 2 ist die Verwaltung. Hier gibt es Regeln für den Verkehr der Daten:

  1. IP-Adressen: Das sind die genauen Hausnummern für jedes Gerät.
  2. DNS: Das ist das Telefonbuch im Internet. Es macht aus Namen echte Adressen.

Das offene Modell gerät unter Druck

Niemand besitzt diese Ebene. Ein besonderes Modell regelt die Verwaltung. Das Modell heißt Multistakeholder-Modell. [8] Das bedeutet: Viele verschiedene Gruppen machen gemeinsam die Regeln. Dazu gehören Experten, Firmen, Bürger und Politiker.

Wichtige Organisationen:

FeatureGruppeStand im Jahr 2025
ICANNVerwaltung von Internetnamen und IP-Adressen.Spürt großen politischen Druck. Hat einen neuen Plan für 2026 bis 2030.
IETFMacht technische Regeln.Hat eine neue Gruppe für Künstliche Intelligenz im Jahr 2025 gegründet.
RIPE NCCVerteilt IP-Adressen in Europa und im Nahen Osten.Arbeitet aktiv bei den Vereinten Nationen mit.
Neue Entwicklung im Jahr 2025

Diese Gruppen waren früher nur für Technik zuständig. Heute müssen sie sich mit Politik beschäftigen. Manche Länder wollen mehr staatliche Kontrolle über das Internet. Das offene Modell gerät dadurch in Gefahr.

Beispiel: Der neue Plan der ICANN (2026 bis 2030)

Die ICANN hat einen neuen Plan für die nächsten 5 Jahre. Der Plan gilt seit Juli 2025. Das ist etwas Besonderes. Zum ersten Mal spricht eine Technik-Gruppe ganz offen über politische Gefahren. [12] [13]

Ein wichtiges Ziel im Plan lautet:

„Wir müssen politische Probleme lösen. Diese Probleme stören unsere Arbeit. Wir wollen ein einziges, freies Internet für die ganze Welt schützen.“

— Plan der ICANN für 2026 bis 2030

Länder wie China und Russland fordern große Veränderungen. Sie wollen der ICANN wichtige Aufgaben wegnehmen. Eine andere Behörde soll das Internet regeln. Diese Behörde gehört zu den Vereinten Nationen.

Die Künstliche Intelligenz verändert Ebene 2

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein schlaues Computerprogramm. Diese Programme lesen oft massenhaft und automatisch Texte von Internetseiten ab. Die Technikgruppe IETF reagiert darauf im Jahr 2025.

Die IETF gründete im Januar 2025 eine neue Arbeitsgruppe. Die Gruppe heißt AIPREF. [16] [17]

Neuer Standard für Künstliche Intelligenz

Die Gruppe arbeitet an neuen technischen Regeln. Die Besitzer von Internetseiten sollen selbst entscheiden dürfen. Sie können dann einfach und automatisch festlegen: Eine Künstliche Intelligenz darf meine Seite lesen. Oder: Sie darf das nicht.

Wirkung auf andere Ebenen: Eine Sache auf Ebene 3 (KI sammelt Daten) führt zu neuen Regeln auf Ebene 2 (neues Protokoll).


Ebene 3: Große Internetseiten und ihre Marktmacht  

Das sichtbare Internet

Die meisten Menschen denken bei dem Wort Internet an Google, Facebook und Amazon. Das ist die Ebene 3. Hier zeigt sich: Dieselben Firmen von Ebene 1 haben auch hier die größte Macht.

Wir kommen zur sichtbarsten Ebene. Das sind Suchmaschinen, soziale Medien, App-Läden, Online-Einkauf und Datenspeicher. Das bezeichnen die meisten Menschen als das Internet.

Stand 2025: Wenige Firmen beherrschen den Markt

Ausgaben für neue Technik von 2023 bis 2026 (in Milliarden Dollar)

Wenige große Firmen haben im Jahr 2025 extrem viel Macht. Diese Firmen heißen Google, Amazon, Meta und Apple.

  • Datenspeicher: Amazon beherrscht das Speichern von Daten im Internet.
  • Handys: Google und Apple bestimmen über den Zugang zu allen Apps auf dem Handy.
  • Suche und Werbung: Google beherrscht die Suche im Internet fast komplett.
  • Einkauf: Amazon hat den weitaus größten Anteil beim Einkauf im Internet.
  • Soziale Medien: Die Firma Meta beherrscht diesen Bereich. Zu Meta gehören Facebook, Instagram und WhatsApp.
Künstliche Intelligenz macht Firmen stärker

Künstliche Intelligenz (KI) kostet sehr viel Geld. Das macht die wenigen großen Firmen noch stärker.

Die Firmen geben unfassbar viel Geld für neue Technik aus. Im Jahr 2023 waren es 144 Milliarden Dollar. Im Jahr 2026 werden es voraussichtlich 439 Milliarden Dollar sein. Die Firma Meta allein plant Ausgaben von über 100 Milliarden Dollar im Jahr 2026. [4]

Das bedeutet: Andere Firmen haben nicht so viel Geld. Sie können in diesem Bereich nicht mehr mithalten.

Die Gegenwehr: Strenge Gesetze aus Europa

Nur die Europäische Union wehrt sich gegen diese Übermacht. Sie macht sehr strenge Gesetze. Diese Gesetze heißen Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA). [22] [24]

Gesetz für digitale Märkte (DMA)

Dieses Gesetz verbietet den großen Firmen unfaire Vorteile. Die Firmen dürfen ihre eigenen Produkte nicht mehr bevorzugen. Sie dürfen andere Anbieter nicht aussperren. Das Gesetz gilt für Google, Apple, Meta, Amazon, Microsoft und ByteDance. Es gilt seit März 2024.

Gesetz für digitale Dienste (DSA)

Große Internetseiten müssen ihre Regeln offenlegen. Sie müssen bei falschen Nachrichten besser aufpassen. Sie müssen die Rechte der Nutzer schützen. Das Gesetz gilt für Internetseiten mit sehr vielen Nutzern in Europa. Es gilt seit Februar 2024.

Was bedeutet VLOP?

VLOP ist die Abkürzung für "sehr große Online-Plattformen". Diese Plattformen haben in Europa mehr als 45 Millionen Nutzer. Für sie gelten besonders strenge Regeln. Sie haben einen großen Einfluss auf die Gesellschaft.

Strafen und Prüfungen im Jahr 2025

Die Europäische Union prüft die Firmen nun sehr genau. [27] [31] Die Behörden führen Verfahren gegen verschiedene Firmen:

FirmaVerbotenes VerhaltenStrafe
GoogleBevorzugt eigene Dienste in der Suche. Macht unfaire Regeln im App-Laden.Genaue Prüfung seit März 2024
AppleVerhindert den Wechsel zu anderen Anbietern. Benachteiligt andere Browser.500 Millionen Euro Strafe im April 2025
MetaZwingt Nutzer zur Zustimmung für Werbung. Umgeht den Datenschutz.200 Millionen Euro Strafe im April 2025
TikTokSchützt Jugendliche zu wenig. Verteilt gefährliche Videos.Laufende Prüfung
Streit zwischen Europa und den USA

Europa und die USA haben unterschiedliche Meinungen.

In der Politik (Ebene 4) sind sie sich einig. Beide wollen ein freies Internet ohne staatliche Kontrolle.

Aber bei den Gesetzen (Ebene 3) gibt es Streit. Die USA haben Bedenken wegen der strengen Gesetze in Europa. Die Gesetze treffen vor allem Firmen aus den USA.

Europa und die USA müssen hier besser zusammenarbeiten. Sie brauchen gemeinsame Lösungen für das Internet.


Ebene 4: Die Politik und der Streit um die Kontrolle  

Wer macht die Regeln?

Wir haben gelernt: Technikfirmen beherrschen die Kabel und die Internetseiten. Kleine Gruppen verwalten die Adressen. Aber wer entscheidet das? Das ist die Frage auf Ebene 4. Im Jahr 2025 gibt es hier sehr viel Streit.

Die vierte Ebene steht über den anderen drei Ebenen. Hier geht es um Politik. Wer macht die Regeln für den Zugang zum Internet? Wer bestimmt über die Daten?

Das Internet bricht auseinander

Im Jahr 2025 gibt es eine echte Gefahr. Das Internet bricht langsam auseinander. Es teilt sich an den Grenzen von Ländern auf. Fachleute nennen das Splinternet. [32] [33]

Verschiedene Ideen für das Internet: Wer macht die Regeln?

Modell 1: Kontrolle durch den Staat

Länder: China und Russland

Idee: Jedes Land darf sein eigenes Internet komplett überwachen. Das Internet ist kein freier Raum für alle. Das Internet gehört fest zum jeweiligen Land dazu. [35] [37]

Die Folgen:

China: Die große Firewall

Das Land filtert alle Inhalte. Ausländische Firmen müssen Daten in China speichern. Das Land fördert eigene Internetseiten wie WeChat und Alibaba. Andere Seiten sind gesperrt.

Russland: Das eigene Internet

Ein Gesetz macht die Trennung vom weltweiten Internet möglich. [39] Das Land sperrt viele ausländische Internetseiten. Das Land überwacht den Datenverkehr an den Grenzen.

Modell 2: Das offene Modell (Viele Beteiligte)

Länder: USA und Europäische Union

Idee: Das Internet ist offen und frei für alle. Die Regierungen sollen nicht alleine bestimmen. Alle Gruppen sollen gemeinsam entscheiden. Das sind Firmen, Experten und Bürger.

Die Folgen: Diese Länder verteidigen das Modell auf der ganzen Welt. Sie schließen Verträge mit anderen Ländern ab. Sie suchen nach Partnern für ein freies Internet.

Das Jahr 2025: Wichtige Entscheidungen bei den Vereinten Nationen

Im Jahr 2025 gibt es wichtige Treffen bei den Vereinten Nationen. Der Ort der Treffen ist New York und Genf. Es ist ein sehr wichtiges Jahr für das offene Modell. [41] [42]

Neuer digitaler Vertrag

Ein kleiner Erfolg für das offene Modell. Menschenrechte bleiben wichtig. Russland war strikt dagegen. Argentinien macht nicht mit. Das zeigt Probleme und Sorgen in anderen Ländern.

Wichtige Überprüfung

Ein großes Treffen wird nach 20 Jahren überprüft. Die Frage lautet: Wer darf das Internet in Zukunft verwalten? Bleiben es die freien Gruppen? Oder übernimmt eine staatliche Behörde die Kontrolle?

Neuer Plan der ICANN

Die Technikgruppe nennt politische Gefahren zum ersten Mal offen. Die Gruppe will sich aktiv verteidigen und das freie Internet schützen.

Jahre der Entscheidung

Die Verhandlungen in den nächsten Monaten sind extrem wichtig. Sie bestimmen die Regeln für das Internet in der Zukunft.
Die Rolle anderer Länder

Der Streit findet nicht nur zwischen Ost und West statt. Viele Länder in Asien, Afrika und Südamerika haben eigene Ideen.

Sie finden die staatliche Kontrolle oft gut. Sie haben triftige Gründe dafür:

Sorgen um die Wirtschaft:

  • Sie fürchten eine zu starke Abhängigkeit von den USA.
  • Große Firmen aus den USA besitzen die wichtigsten Kabel im Meer.
  • Große Firmen aus den USA beherrschen die Internetseiten.

Sorgen um das Geld:

  • Diese Länder glauben: Das offene Modell nützt nur den großen Firmen.

Ein Beispiel: Argentinien hat im Oktober 2024 bei einem wichtigen Vertrag nicht mitgemacht. [14] Das zeigt die Sorgen dieser Länder ganz deutlich.


Teil 2: Technische Grundlagen  

Kurze Zusammenfassung

Teil 1 zeigte: Verschiedene Gruppen haben Macht auf verschiedenen Ebenen. Das reicht von Technikfirmen bis zu Ländern bei den Vereinten Nationen.

Aber: Wir müssen die Technik verstehen. Warum sind IP-Adressen knapp? Was verwaltet die ICANN genau?

Teil 2 erklärt die Technik einfach. Wie bekommt ein Gerät eine Adresse? Wie finden Daten ihren Weg? Was bedeutet Netzneutralität?

Adressen und Namen  

Wir brauchen ein gutes Wissen über die Technik. Nur so verstehen wir die Kämpfe um die Macht.

Was ist eine IP-Adresse?

Eine IP-Adresse ist wie eine genaue Postanschrift. Jedes Gerät im Internet braucht diese Nummer. Es gibt zwei verschiedene Arten von Adressen:

Öffentliche IP-Adressen

Beispiel: 185.119.160.10

Das ist eine weltweite Adresse. Jede Adresse gibt es nur ein einziges Mal auf der Welt. Ihr Internetanbieter gibt Ihnen diese Adresse. Nur mit dieser Adresse sind Sie im weltweiten Internet erreichbar. Diese Adressen sind sehr knapp. Sie werden streng verwaltet.

Private IP-Adressen

Beispiele: 192.168.1.5 oder 10.0.0.8

Diese Adressen sind nur für Ihr Netzwerk zu Hause. Sie sind wie interne Durchwahlen in einer Firma. Die Durchwahl 101 gibt es in vielen Firmen. Sie funktioniert aber nur intern. Diese Adressen funktionieren im weltweiten Internet nicht. Ein technisches Dokument namens RFC 1918 beschreibt diese Adressen.

Der Router übersetzt

Der Router in Ihrer Wohnung ist ein Übersetzer. Die Technik dafür heißt NAT. Der Router hat nur eine einzige öffentliche Adresse. Ihr Laptop hat eine private Adresse. Sie rufen mit dem Laptop eine Internetseite auf. Der Router tauscht die private Adresse gegen seine öffentliche Adresse aus. Er merkt sich genau, welches Gerät zu Hause die Antwort bekommen soll.

Ein Programm namens DHCP gibt Ihren Geräten zu Hause automatisch die privaten Adressen.

Verwaltung der IP-Adressen: Die Reihenfolge

Niemand darf sich einfach eine öffentliche Adresse nehmen. Sie werden streng von oben nach unten verteilt. Das ist der Kern von Ebene 2.

Wie die Adressen für das Internet verteilt werden.

  1. Globale Ebene: Die ICANN verwaltet alle Adressen auf der Welt.
  2. Regionale Ebene: Gruppen wie RIPE verwalten die Adressen für Europa.
  3. Lokale Ebene: Ihr Internetanbieter bekommt kleinere Pakete von Adressen.
  4. Kunden: Ihr Anbieter gibt Ihrem Router eine öffentliche Adresse.

Adressen werden knapp: IPv4 und IPv6

Es gibt seit vielen Jahren ein großes Problem. Die Adressen vom alten Standard sind aufgebraucht. Der alte Standard heißt IPv4. Der neue Standard heißt IPv6.

FeatureAlter Standard IPv4Neuer Standard IPv6
Länge der Adresse32 Bit128 Bit
Anzahl der AdressenEtwa 4 MilliardenUnendlich viele Adressen
Stand heuteSeit dem Jahr 2019 aufgebrauchtImmer verfügbar
Beispiel-Adresse185.119.160.102001:0db8:85a3::8a2e:0370:7334
Vergabe in EuropaLetzte Adressen im Jahr 2019 vergebenGenug Adressen vorhanden

Stand im Jahr 2025: Beide Standards laufen gleichzeitig. Neue Geräte können beide Adressen lesen. Das Gerät probiert immer zuerst die neue Adresse.

Nutzung des neuen Standards IPv6 im Jahr 2025 (in Prozent)

Unterschiede in den Ländern: [47] [50]

  • Frankreich: Etwa 80 Prozent.
  • Deutschland: Etwa 75 Prozent.
  • Indien: Etwa 74 Prozent.
  • Österreich: Etwa 42 Prozent.
  • Weltweit: Etwa 47 Prozent.
Zahlen für Österreich

Anbieter in Österreich bauen den neuen Standard weiter aus. Das sind zum Beispiel A1 Telekom Austria und Magenta Telekom. Moderne Netze für Handys nutzen oft schon den neuen Standard.

Das DNS ist das Telefonbuch im Internet

Das System DNS ist die zweite wichtige Technik. Es ist das Telefonbuch im Internet. Es macht Namen für Menschen lesbar. Es übersetzt den Namen google.com in eine Nummer für den Computer.

So findet Ihr Computer eine Internetseite.

Das System arbeitet von oben nach unten:

  1. Haupt-Server: Es gibt 13 große Computergruppen auf der Welt. Sie wissen, wer für die Endung .at zuständig ist.
  2. Endungs-Server: Jede Endung wie .com oder .at hat eigene Server.
  3. Endgültiger Server: Dort ist die genaue Nummer für die Internetseite gespeichert.
Ein Beispiel aus Österreich

Die Firma nic.at in Salzburg verwaltet alle Adressen mit der Endung .at. [52] Die Firma betreibt die Server für diese Endung.

Neue Aufgabe im Jahr 2025: Der Chef für Technik arbeitet in einer neuen Gruppe für Sicherheit mit. [53] Die Gruppe schützt das Internet in Europa vor Angriffen.

Die Lehre daraus: Auch rein technische Firmen kümmern sich heute sehr stark um Sicherheit.


Der Datenverkehr: Wege zwischen den Netzwerken  

Wir kennen jetzt die Adressen und das Telefonbuch. Aber wie finden die Daten ihren Weg?

Das Netz der Netze: Autonome Systeme

Das Internet ist kein einzelnes Netz. Es ist ein Verbund aus vielen unabhängigen Netzen. Ein einzelnes Netz nennt man Autonomes System (AS).

Ein AS hat:

  • Eine weltweite Nummer. Die Abkürzung ist ASN.
  • Eigene Regeln für den Verkehr der Daten.
  • Einen klaren Besitzer. Das ist oft ein Internetanbieter oder eine Firma.

Beispiele aus Österreich:

FirmaNummer (ASN)Aufgabe
A1 Telekom Austria AGAS8447Größter Anbieter in Österreich. Hat viele Leitungen.
Magenta TelekomAS8412Zweitgrößter Anbieter in Österreich. Handys und Festnetz.
Hutchison Drei Austria GmbHAS8437, AS25255Anbieter für Handys.
GoogleAS15169Großes Netz für Youtube und die Suche.

Das Navigationssystem: Das Protokoll BGP

Das Protokoll BGP ist das Navigationssystem im Internet. Die einzelnen Netze sprechen über dieses Protokoll miteinander.

So funktioniert das:

Die Firma A1 nutzt BGP. Die Firma meldet einen großen Block von IP-Adressen.

Ein Beispiel

A1 meldet tausende Adressen an andere Netze. A1 sagt dem restlichen Internet:

„Bitte schickt alle Daten für diese Adressen zu uns.“

Jeder große Computer im Internet merkt sich das. Er sucht dann den besten und kürzesten Weg für die Daten.

Geld für die Wege: Transit und Peering

Zwei Netze verbinden sich nicht einfach so. Es geht dabei um Verträge und Geld. Es gibt zwei Wege für die Verbindung:

Bezahlter Weg (Transit)

Die Lage: Ein kleiner Anbieter bezahlt einen sehr großen Anbieter.

Das Modell: Der kleine Anbieter kauft einen Zugang zum gesamten Internet. Der große Anbieter leitet alle Daten gegen Geld weiter.

Kostenloser Austausch (Peering)

Die Lage: Zwei gleich große Anbieter tauschen viele Daten aus.

Das Modell: Sie verbinden ihre Netze direkt. Das kostet oft kein Geld. Sie tauschen nur die Daten ihrer eigenen Kunden aus. Sie bekommen keinen Zugang zur restlichen Welt.

Knotenpunkte (IXPs)

Die Orte: Das sind echte Gebäude. Dort verbinden viele Anbieter ihre Netze direkt miteinander.

Vorteile: Das Internet wird schneller. Es spart Geld. Es gibt weniger Ausfälle.

Beispiel Österreich: Ein sehr wichtiges Gebäude heißt VIX. Es steht in Wien. Viele Firmen verbinden sich dort.


Der Grundsatz der Netzneutralität  

In diesem System gibt es eine sehr wichtige Regel. Die Regel verbindet die Technik mit der Politik:

Die genaue Bedeutung

Die Regel heißt Netzneutralität. Ein Gesetz der Europäischen Union sichert diese Regel. Die Regel sagt: Alle Daten im Internet sind gleich wichtig. Der Anbieter darf keine Daten benachteiligen.

Das ist streng verboten:

  • Blockieren: Ein Anbieter darf legale Seiten von anderen Firmen nicht sperren.
  • Bremsen: Ein Anbieter darf fremde Videos nicht absichtlich langsam machen.
  • Bevorzugen: Eine Firma darf kein Geld bezahlen, damit ihre Daten schneller ankommen.

Der Streit im Jahr 2025: Faire Bezahlung

Im Jahr 2025 gibt es großen Streit um diese Regel. Es geht um eine faire Bezahlung.

Die Debatte

Die Meinung der Anbieter für Kabel:

Große Firmen für Telefon und Kabel sagen: Firmen wie Google, Meta und Netflix verbrauchen extrem viele Daten.

Ihre Forderung: Diese großen Firmen sollen Geld für den Ausbau der Leitungen bezahlen.


Die Meinung der Verbraucherschützer:

Die Schützer warnen eindringlich vor dieser Idee. [63]

Ihre Argumente:

  • Das Internet kann für normale Menschen teurer werden.
  • Kleine Firmen haben große Nachteile.
  • Das widerspricht der Netzneutralität.

Stand in Österreich und Europa (2025)

Österreich: Die Behörde RTR regelt das Internet in Österreich. Im Jahr 2024 hat die RTR einen Bericht geschrieben. Die Behörde findet das Thema sehr schwierig. [64] [65] Sie wartet auf eine Entscheidung der Europäischen Union.

Europäische Union: Politiker diskutieren über Zahlungen der großen Firmen. Aber das oberste Gericht in Europa hat im Juli 2025 ein wichtiges Urteil gesprochen. Das Gericht hat die Netzneutralität stark geschützt. Jede Bevorzugung von Daten ist verboten. [67]

Aktuelle Lage im Jahr 2025

Es gibt einen großen Konflikt. Politiker wollen eine Kostenbeteiligung der Firmen. Das Gericht verbietet aber Ausnahmen bei der Übertragung von Daten. Dieser Streit entscheidet die Zukunft.


Teil 3: Fazit und Ausblick  

Zurück zur ersten Frage

Wir haben die 4 Ebenen und die Technik erklärt. Nun können wir die erste Frage beantworten: Wem gehört das Internet?

Die formale Antwort stimmt nicht mehr. Das Internet gehört nicht niemandem. Das Internet ist heute sehr kompliziert. Verschiedene Gruppen haben die Kontrolle auf verschiedenen Ebenen.

Die wichtigsten Erkenntnisse  

1. Echte Technik (Ebene 1)

Wichtige Firmen: Meta, Google und Amazon.

Diese Firmen aus den USA bestimmen diese Ebene. Sie bauen eigene Kabel im Meer. Normale Telefonanbieter verlieren ihre Macht. Die großen Firmen kontrollieren alles selbst. Das gibt ihnen extrem viel Macht.

2. Verwaltung und Regeln (Ebene 2)

Wichtige Gruppen: ICANN, RIPE und IETF.

Diese Gruppen verwalten die Adressen. Sie spüren starken politischen Druck. Sie müssen sich gegen staatliche Kontrolle wehren. Sie verteidigen das offene Internet.

3. Große Internetseiten (Ebene 3)

Wichtige Firmen: Google, Amazon, Meta und Apple.

Wenige große Firmen beherrschen den Markt. Künstliche Intelligenz macht diese Firmen noch stärker. Nur diese großen Firmen haben genug Geld für die neue Technik.

4. Politik (Ebene 4)

Wichtige Modelle: Verschiedene Ideen streiten um die Macht.

Die Europäische Union macht strenge Gesetze. Die USA setzen auf freie Wirtschaft. Länder im Globalen Süden haben eigene Ziele. Alle diese Länder streiten um die Regeln für das Internet.

Was bedeutet das?  

Das Internet hat auch im Jahr 2025 keinen einzigen Besitzer.

Aber wenige große Technikfirmen haben extrem viel Macht. Sie beherrschen die echten Kabel und die Internetseiten. Gleichzeitig streiten viele Länder um die politischen Regeln für das Internet.

Bedeutung für Österreich und Europa

Das sind 5 wichtige Punkte für die Zukunft:

  1. Abhängigkeit prüfen: Firmen in Europa nutzen oft Technik aus den USA. Sie sollten diese Abhängigkeit genau prüfen und bewerten.

  2. Gesetze verstehen: Die neuen Gesetze der EU bringen neue Pflichten. Sie bringen aber auch Chancen für Firmen aus Europa.

  3. Neuen Standard nutzen: Der Umstieg auf den Standard IPv6 ist sehr wichtig. Österreich liegt hier nur im Mittelfeld. Das muss unbedingt besser werden.

  4. Netzneutralität schützen: Der Streit um die Bezahlung der Kabel betrifft alle Nutzer. Es geht um die Freiheit im Internet. Eine klare Meinung ist hier wichtig.

  5. Weltweit zusammenarbeiten: Europa muss auch auf andere Länder achten. Eine gute Partnerschaft mit anderen Ländern ist sehr wichtig für die Zukunft.

Was ist Leichter Lesen?

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Diese Seite ist in Leichter Sprache geschrieben. Leichte Sprache hilft vielen Menschen, Texte besser zu verstehen. Die Sätze sind kurz. Schwierige Wörter werden erklärt.

Dieser Text wurde nach den Regeln der Leichten Sprache erstellt. Textniveau: A2 (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen).

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