Funktionsweise und Problemstellung
Das Projekt adressiert die Blackbox-Problematik neuronaler Netze, speziell für das Modell Qwen3.5-4B. Statt Neuronen nur passiv zu beobachten, verfolgt Neuron Explorer einen aktiven »Steering-first«-Ansatz: MLP-Neuronen werden in definierten Dosen relativ zur Residuen-Norm manipuliert, und die resultierenden Text-Rollouts werden vollständig erfasst.
Benutzeroberfläche und Features
Die Weboberfläche (explorer/server.py) visualisiert Schichten und Neuronen räumlich:
- Map & List: 3D-Ansicht nach Schreibrichtung der Projektionsmatrizen; Suche über Steer- und Logit-Linsen sowie Filterung nach aktiven Neuronen (
fires).
- Neuron-Detail & Embeddings: Vergleichende Chat-Ansichten (−, 0, +) und UMAP-Projektionen der Rollouts.
- Agent-Anbindung: Über das Model Context Protocol (MCP) kann die
claude-CLI direkt auf die Modellzustände zugreifen, Ablationen durchführen und die UI steuern.
Reifegrad und Technologien
Das Tool basiert auf Python (uv), vLLM (Fork von RhizoNymph) für Sweeps und unterstützt lokale Inferenz über MPS, CUDA oder CPU. Trotz beachtlicher GitHub-Sterne (rund 1.500) handelt es sich um ein hochspezialisiertes Forschungswerkzeug ohne formelle Lizenzangabe, das sich primär an Alignment- und Interpretability-Forscher richtet.