TYPO3 bei Vercel hosten: ein ehrlicher Bericht mit TYPO3 14.3 und Camino

Ein ganzes TYPO3 14.3 läuft bei Vercel. Das Backend ist dabei. Wir zeigen den Aufbau und eine kurze Anleitung. Sie brauchen dafür kein Vercel-Konto. Wir nennen auch die Grenzen.

Auf einen Blick

  • Ein ganzes TYPO3 14.3 mit der Camino-Distribution läuft bei Vercel. Es läuft als Container. Das Backend ist dabei.
  • Die schwere Aufgabe ist nicht PHP. Die schwere Aufgabe ist der Zustand. Zustand sind die Daten der Seite. Datenbank, Dateien, Cache, Suche und Cron kommen einzeln nach außen.
  • Unsere kurze Anleitung führt Sie zur eigenen Seite. Sie brauchen dafür kein Vercel-Konto.
  • Ist der Container warm, antwortet die Seite in unter einer halben Sekunde. Kalte Starts sind die echte Schwäche.

Wir stellen eine Frage. Kann ein altes PHP-CMS bei Vercel laufen? Ein CMS ist ein Programm. Damit baut man Internetseiten. TYPO3 ist so ein CMS. Vercel ist ein Anbieter im Internet. Dort kann man Web-Seiten betreiben. Vercel ist eigentlich für moderne, kleine Web-Programme gebaut.

Die kurze Antwort ist: Ja. Ein ganzes TYPO3 14.3 mit Backend läuft bei Vercel. Das Backend ist der Bereich zum Bearbeiten der Seite. TYPO3 läuft dort als Container. Ein Container ist eine fertige Verpackung für ein Programm. Die lange Antwort steht in diesem Text.

typo3-camino-vercel ist ein Starter-Paket. Es kommt von Menschen aus der TYPO3-Community. Die Community sind die Nutzer und Helfer von TYPO3. Es ist kein offizielles Paket von TYPO3. Das Paket betreibt die TYPO3-Camino-Distribution bei Vercel. Eine Distribution ist eine fertige Zusammenstellung von TYPO3. Die Live-Demo ist ein Reiseführer für den Camino de Compostela. Der Camino ist ein bekannter Pilger-Weg. Es gibt die Demo in mehreren Sprachen. Frontend, Backend, Suche und der Visual Editor sind alle echt. Das Frontend ist der sichtbare Teil der Seite für die Besucher.

Zum Ausprobieren

Live-Demo: typo3-camino-vercel.vercel.app

Ein ganzes TYPO3 14.3 mit Camino-Distribution. Es gibt fünf Sprachen (EN, DE, ES, ZH, HU). Es gibt die Suche mit Solr und den Visual Editor. Alles läuft als Container bei Vercel. Das Backend finden Sie unter /typo3/.

Demo öffnen

Inhaltsverzeichnis  

Was es wirklich ist

Echtes, ganzes TYPO3 mit Backend. Kein fester Export.

Die Herausforderung

Ein CMS mit Daten auf einer Plattform ohne festen Speicher.

Kurzfassung

Die kurze Fassung: zwei Produkte und klare Grenzen.

Mini-Anleitung

Von null zur eigenen Seite. Ganz ohne Vercel-Konto.

Grenzen

Kalte Starts, Grenze beim Hochladen, kein Cron, keine E-Mail.

Wann es passt

Wir sagen klar: Wofür passt die Plattform? Und wofür nicht?


Was Camino-on-Vercel wirklich ist  

Bitte merken Sie sich das: Es ist kein statischer Export. Ein statischer Export sind nur fertige, feste Seiten. Es ist auch nicht headless. Headless heißt: nur Daten, ohne eigene Oberfläche. Es ist echtes, ganzes TYPO3. Das Backend ist dabei. Es läuft als Container bei Vercel. Vercel nennt diese Technik Fluid Compute.

Die wichtigste Erkenntnis steht in der Anleitung des Projekts. Sinngemäß sagt sie das: Das Schwere ist nicht PHP. Das Schwere ist der Zustand. Ein CMS braucht einen festen Speicher für seine Daten. Vercel hat aber keinen festen Speicher. Vercel fährt das Programm nach einer Pause ganz herunter. Auch die Suche braucht einen festen Speicher. PHP 8.4 läuft ohne Probleme. Die Arbeit steckt an einer anderen Stelle.

TYPO3 14.3.4

Offizielle Camino-Distribution

Eine feste Version. Kein verändertes TYPO3. Frontend, Backend und Redaktion sind alle da.

PHP 8.4 + nginx

Alpine-Linux-Container

Der Container nutzt nginx und PHP-FPM. Das sind Programme für den Web-Server. Der Container ist mit Absicht klein.

Vercel Container Images

Standort fra1 (Frankfurt)

Die Technik heißt Fluid Compute. Besucht niemand die Seite, läuft kein Programm. Vercel fährt dann alles herunter.

Visual Editor + 5 Sprachen

Visual Editor von „kanti" (anders und sehr)

Damit bearbeitet man die Seite direkt im Frontend. Es gibt fünf Sprachen: EN, DE, ES, ZH und HU.


Die zentrale Herausforderung: Zustand  

Ein CMS braucht einen festen Speicher direkt vor Ort. Dazu gehören: die Datenbank, die Dateien, der Cache, der Suchindex und die Cron-Jobs. Die Datenbank ist der Speicher für die Inhalte. Der Cache ist ein Zwischenspeicher für mehr Tempo. Cron-Jobs sind Aufgaben, die immer wieder von selbst laufen. Vercel gibt Ihnen aber nur einen kurzlebigen Container. Dieser Container verschwindet nach einer Pause wieder. Es gibt keinen einfachen Schalter für einen festen Speicher. Jede Art von Daten braucht ihre eigene Lösung von außen.

TeilLösung bei Vercel
DatenbankEine feste Datenbank von außen. Sie kommt über DATABASE_URL. Zum Beispiel Postgres oder MySQL. SQLite ist nur für einen kurzen Test.
Dateien (FAL)Ein eigener Treiber legt Dateien in Vercel Blob ab. Blob ist ein Speicher für Dateien im Internet. Die Bilder der Demo sind fest im Container.
CacheMan kann Redis nutzen. Redis ist ein schneller Zwischenspeicher. So teilen sich mehrere Container den Cache.
SucheDie Suche nutzt Solr. Solr ist ein Programm für die Suche. In der Demo läuft Solr im Container. Für den echten Betrieb braucht man ein Solr von außen.
Jobs / CronVercel ruft geschützte Cron-Adressen auf. Im Container gibt es keinen Cron-Dienst. Lange Aufgaben teilt man in viele kurze Stücke.
HTML-CachingVercel merkt sich fertige Seiten für kurze Zeit. Das gilt für Besucher ohne Login. Dann antwortet Vercel ganz ohne PHP.
Der entscheidende Punkt

Vercel sagt Ihnen nicht, wo die Daten liegen. Vercel zwingt Sie: Sie müssen jede Art von Daten selbst nach außen legen. Das ist ehrlich. So sehen Sie Stück für Stück, was ein serverloses TYPO3 wirklich braucht.

Kalt gegen warm: die Zahlen  

Nach einer Pause muss der Container erst wieder starten. Das dauert spürbar. Ist der Container warm, antwortet TYPO3 in einem Bruchteil einer Sekunde.

ZustandAntwortzeit
Kalter Start (nach Pause)≈ 10–12 s
Warme Anfrage (Website)0,14 s
Warme Anfrage (Backend)0,26 s
Suche (wenn warm)0,37 s

Interessant ist: Vieles hat nicht geholfen. Redis hat nicht geholfen. Mehr CPU hat nicht geholfen. Auch PHP-JIT hat nicht geholfen. Das Team hat den Container um 53 Prozent kleiner gemacht. Der kalte Start dauerte trotzdem rund 12 Sekunden. Am Ende half nur eines gut: Man hält das Programm warm. Dafür läuft alle 3 Minuten ein kleiner Cron. Das geht nur im Pro-Plan. Dazu merkt sich Vercel fertige Seiten für Besucher ohne Login.


Kurzfassung für Entscheider  

Die wichtigste Aussage in einem Satz: TYPO3 14.3 und Camino laufen bei Vercel richtig. Eine warme Anfrage ist schnell. Schwer ist nur der Zustand, nicht PHP.

Aus dieser Erkenntnis sind mit Absicht zwei Produkte entstanden. Eine einzige Einstellung passt nicht für beide Ziele.

1. Ein-Klick-Test

Zum Ausprobieren, kostenlos

Nur die TYPO3-App. Die Datenbank ist SQLite und nur kurzlebig. Blob ist möglich. Es gibt kein Solr und kein Cron. Das ist für Menschen ohne Technik-Wissen. Es läuft im Hobby-Plan. Seiten für Besucher ohne Login merkt sich Vercel für 5 Minuten.

2. Professionelles Hosting

Für den echten Betrieb

Sie nutzen den Pro-Plan oder Enterprise. Dazu kommen: eine feste Datenbank von außen, Blob oder S3 für Dateien und ein Solr von außen. Redis ist möglich. Ein geschützter Zeitplan und ein Aufwärmer alle 3 Minuten laufen mit. Das ist für eine betreute Redaktions-Seite.

Wofür es taugt

Gut für Demos, Tests, Vorschauen und Prototypen. Gut für Seiten, die man vor allem liest. Der Verkehr ist gering bis mittel. Dafür braucht man eine feste Datenbank und Blob. Auch gut für Redaktions-Seiten. Das Team muss die Aufwärm-Strategie kennen und prüfen.

Wofür (noch) nicht

Nicht gut für sehr wichtige Seiten mit festen Zeit-Garantien beim ersten Aufruf. Dafür ist ein dauerhaft laufendes TYPO3 die richtige Wahl. Vercel liefert dann nur die Seiten aus.

Kalte Starts ehrlich benannt

Kalte Antworten dauerten nach einer Pause rund 10 bis 12 Sekunden. Warme Antworten dauern meist unter einer halben Sekunde. Vercel hat für diesen Weg keine feste Mindest-Instanz. Das Aufwärmen macht das Problem also kleiner. Aber es ist keine Garantie gegen kalte Starts.


Mini-Anleitung: von null zur eigenen TYPO3-Seite bei Vercel  

Diese Anleitung fängt bei null an. Sie brauchen kein Vercel-Konto. Die Schritte 1 bis 8 ergeben den kostenlosen Test. Die Schritte 9 bis 12 machen daraus eine dauerhafte Seite. Alles mit Kosten ist mit 💰 markiert.

Phase A: Kostenloser Ein-Klick-Test  

1. Ein kostenloses Vercel-Konto anlegen. Gehen Sie auf vercel.com/signup. Melden Sie sich an. Das geht mit GitHub, GitLab, Bitbucket oder E-Mail. Wählen Sie den Hobby-Plan. Er kostet 0 € pro Monat. Er ist für private Projekte ohne Geschäft. Für den Test reicht Hobby.

2. Einen Schlüssel für TYPO3 erzeugen. Dieser Schlüssel schützt Ihre Daten. Sie fügen ihn später beim Deploy ein. Deploy heißt: die Seite online stellen.

3. Ein starkes Admin-Passwort erzeugen. Speichern Sie das Passwort und den Schlüssel im Passwort-Manager. Speichern Sie beides niemals in Git.

4. Auf den Knopf „Deploy with Vercel" im Repository klicken. Ein Repository ist der Ort für den Code. Der Knopf startet den Ablauf bei Vercel. Er legt eine Kopie in Ihrem GitHub-Konto an. Sie brauchen keine weiteren Befehle.

5. Das Git-Konto freigeben, wenn Vercel fragt. So darf Vercel die Kopie anlegen. Bei jeder Änderung stellt Vercel die Seite dann neu online.

6. Den Vercel-Blob-Speicher ausgewählt lassen. Blob ist ein Speicher für Dateien. Der Knopf legt diesen Speicher automatisch an. So bleiben hochgeladene Dateien erhalten. Im Hobby-Plan ist das kostenlos.

7. Die drei Pflicht-Variablen eintragen. Diese Variablen sind Einstellungen für das Programm.

Es gibt kein Standard-Passwort. Ihr Login ist genau das, was Sie hier eintragen. DATABASE_URL lassen Sie im Gratis-Modus leer.

8. Auf „Deploy" klicken. Warten Sie, bis der Status „Ready" zeigt. Eine Änderung ist nicht sofort online. Vercel muss den Container erst bauen und starten. Öffnen Sie danach die neue Adresse. Das Backend finden Sie unter /typo3/. Der erste Aufruf kann kalt sein. Er dauert dann etwa 10 bis 12 Sekunden. Warme Aufrufe dauern nur einen Bruchteil einer Sekunde.

Achtung: Dieser Zustand ist noch flüchtig

Die SQLite-Datenbank aus dem Test ist nur kurzlebig. Sie ist nur zum Ausprobieren. Ihre Änderungen können wieder verschwinden. Das passiert, solange keine echte Datenbank verbunden ist. Legen Sie jetzt noch keine wichtigen Inhalte an.

Phase B: Dauerhaft machen  

9. Eine feste Datenbank verbinden. Legen Sie eine Datenbank an. Sie soll Postgres oder MySQL sein. Sie soll nahe bei fra1 liegen. Kostenlose Anbieter sind zum Beispiel Neon oder Supabase für Postgres. Für MySQL gibt es TiDB Cloud. 💰 Ein kleines Kontingent ist frei. Große Datenbanken kosten Geld. Tragen Sie die Datenbank als Production-Variable bei Vercel ein.

10. Die leere Datenbank einmal einrichten. Setzen Sie kurz TYPO3_AUTO_SETUP=1 und TYPO3_BOOTSTRAP_EMPTY_DATABASE=1. Stellen Sie die Seite online. Prüfen Sie das Frontend und den Backend-Login. Setzen Sie danach beide Werte wieder auf 0. Stellen Sie die Seite noch einmal online. So prüft der Container die Datenbank nicht bei jedem Start.

11. (Wenn Sie möchten) Die Camino-Demo einspielen. Das geht über eine geschützte Wartungs-Adresse. Bei Vercel gibt es nämlich keine Kommandozeile.

12. Eine eigene Domain verbinden. Fügen Sie die Domain bei Vercel unter „Domains" hinzu. Eine Domain ist die Adresse Ihrer Seite im Internet. 💰 Die Domain selbst kostet extra. Für ein Geschäft brauchen Sie den Pro-Plan.

Phase C: Professioneller Betrieb (💰 kostenpflichtig)  

Der echte Betrieb braucht Vercel Pro oder Enterprise. Das sind die wichtigsten festen Kosten. Der Aufwärmer alle 3 Minuten und der Zeitplan alle 15 Minuten kommen nicht über Git. Die Git-Einstellung ist mit Absicht ohne Cron. Diese Teile kommen über ein Skript:

Die Zwei-Konfigurations-Falle

Ein normaler Git-Deploy nimmt wieder das einfache Profil ohne Cron. Nach jedem solchen Deploy müssen Sie das Pro-Profil neu setzen. Das geht mit deploy-pro.sh. Prüfen Sie es danach mit vercel crons ls. Sonst ist das Warmhalten heimlich aus.


Grenzen und ehrliche Vorbehalte  

Das ist kein Marketing. Das sind die echten Grenzen aus der Anleitung. Wer TYPO3 bei Vercel nutzt, muss diese Grenzen kennen.


Wann sich Vercel für TYPO3 eignet  

FallGut geeignetBesser klassisch hosten
Demos und PrototypenSehr gut. Schnell, günstig und zum Wegwerfen.nicht nötig
Seite zum Lesen für eine KampagneGut mit fester Datenbank, Blob und Cache.möglich
Betreute Redaktions-SeiteMachbar mit dem Pro-Plan und Aufwärmen.oft ruhiger
Viel Arbeit im BackendSchwierig. Das Backend kann Vercel nicht vorspeichern.empfohlen
Feste Zeit-Garantie beim ersten AufrufNicht empfohlenPflicht: dauerhaft laufender Server
Suche immer verfügbarNur mit Solr von außenempfohlen

Kurz gesagt: Für Vorschauen, Tests und Seiten zum Lesen ist ein serverloses TYPO3 eine gute und günstige Wahl. Für sehr wichtige Seiten mit fester Zeit-Garantie ist ein dauerhaft laufender Server besser. Vercel liefert dann nur die fertigen Seiten aus.


Auch für Ämter interessant  

Ein ganzes TYPO3 läuft heute bei Vercel. Das ist auch für Ämter interessant. Gut ist das für Vorschauen, für kleine Kampagnen-Seiten und für Seiten zum Lesen. Dafür nutzt man eine feste Datenbank nach den Regeln der DSGVO. So sinken die Kosten für den Betrieb. Wichtige Kern-Portale bleiben weiter auf dauerhaft laufenden, eigenen Servern.

Wie ein modernes TYPO3 v14 für Ämter aussieht, zeigen wir in einem anderen Text: Österreich + TYPO3: Smarte Government-Websites nach deutschem Vorbild.


Fazit  

typo3-camino-vercel zeigt zwei Dinge. Erstens: Ein ganzes TYPO3 14.3 läuft sauber bei Vercel. Das Backend ist dabei. Zweitens, und ehrlich: Der schwere Teil ist nicht PHP. Der schwere Teil ist der Zustand. Datenbank, Dateien, Cache, Suche und Cron müssen alle nach außen. Und kalte Starts bleiben ohne dauerhaft laufenden Server ein echtes Problem.

Das Projekt ist ein sehr gutes Beispiel. Es zeigt, wie man jede Art von Daten eines PHP-CMS nach außen legt. Die kurze Anleitung oben bringt Sie in wenigen Minuten zur eigenen, laufenden Seite. Ob Vercel für Ihr Projekt passt, hängt an einer Frage: Wie stark stört Sie der erste, kalte Aufruf?


Sprechen wir über Ihr Projekt.

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Ein Teil von diesem Inhalt wurde mit KI gemacht.